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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Computer-Games
[STV]Mortal Wombat Offline

Gold-Mitglied


Beiträge: 429

10.03.2003 14:31
Freelancer Antworten

Nach einer ewig langen Entwicklungszeit ist seit kurzem endlich Freelancer, der inoffizielle Nachfolger von Privateer 2 verfügbar.
Für jedem dem Privateer nichts sagt, Freelancer lässt sich am einfachsten beschreiben als GTA3 im Weltraum, vielleicht mit etwas weniger Handlungsmöglichkeiten, stattdessen aber mit Rollenspiel- und Handelselementen.

Sinn ist es nicht wie bei anderen Weltraumsimulationen Missionen der Reihe nach abzuarbeiten, es geht einfach darum Geld zu verdienen. Es gibt eine interessante Handlung, die gelegentlich in sehr langen, abwechslungsreichen und anspruchsvollen Missionen fortgeführt wird, um aber die nächste Handlungsrelevante Mission spielen zu dürfen muss man über ein bestimmtes Gesamtvermögen verfügen.

Wie man dieses Vermögen anhäuft bleibt einem selbst überlassen. Man bewegt sich völlig frei durch den Teil des Universums der einen aufgrund der aktuellen Position innerhalb der Handlung zur Verfügung steht, vergleichbar mit den drei Stadtteile bei GTA3 die man erst freispielen muss um dann einen insgesamt größeren Teil zur Verfügung zu haben. Es gibt unzählige Systeme mit jeweils einer großen Zahl von Planeten, Raumstationen, Raumschiffen etc, die man alle anfliegen kann. Dort gibt es jeweils eine Bar, in der man Informationen bekommt aber vor allem auch Aufträge. Man wählt sich den Auftrag aus der einem gerade am symphatischten ist und verdient auf diese Weise Geld. Die Aufträge bestehen für gewöhnlich daraus, an einem bestimmten Ort feindliche Jäger auszuschalten, eine einzelne Person gefangenzunehmen oder zu eliminieren oder einen Gegenstand zu stehlen, im Ablauf unterscheiden sich diese Missionen aber leider kaum.

Zusätzlich zur Bar gibt es neben Ausrüstungs- und Schiffshändlern, mit denen man sein Fluggerät verbessern oder ein neues kaufen kann auch Warenhändler. Dort kann man verschiedenste Waren einkaufen und einsehen auf welcher der bisher besuchten Basen die Waren wieviel wert sind, wenn man man also mal keine Lust auf Kampfeinsätze hat verdient man sein Geld durch Handel, dazu stehen auch Frachtschiffe mit größerer Ladekapazität zur Verfügung.

Als letzte Möglichkeit hat man noch ein Leben als Pirat, indem man Frachtkonvoys abfängt. Egal wie man sein Geld verdient, man muss immer darauf achten mit wem man sich anlegt. Es gibt eine ganze Reihe von Interessensgruppen, wie verschiedene staatliche und militärische Organisation, diverse Handels-, Mining-, und Terraforming-Firmen sowie Kopfgeldjäger, Piraten etc. Jede dieser Gruppen hat eine Meinung über den Spieler, wenn man zum Beispiel für eine bestimmte Firma arbeitet und in einem Sektor Jäger einer Piratenorganisation zerstört macht man sich bei dieser Firma beliebter, muss aber damit rechnen von diesen speziellen Piraten in Zukunft bei jedem aufeinandertreffen angegriffen zu werden. Außerdem bekommt man von Gruppen bei denen man unbeliebt ist nicht mehr so einfach Informationen und Aufträge.

Die Steuerrung von Freelancer ist bewußt einfach gehalten, so dass auch Spieler die mit Games wie Wing Commander oder Starlancer, welches auf derselben Hintergrundgeschichte basiert nie etwas anfangen konnten einen schnellen Einstieg finden. Man benötigt keinen Joystick, gesteuert wird mit Maus und Tastatur, wobei nur sehr wenige Tasten benutzt werden. Wenn man sich gerade nicht im Kampf befindet sondern eine Strecke fliegt übernimmt der Autopilot die Hauptarbeit. Man klickt einfach der Reihe die vorher automatisch ermittelten Wegpunkte an und wählt zwischen Anflug und Andocken, den Rest übernimmt der Autopilot.

Aufgrund eines Systems von Sprungtoren und Tradelanes (="Weltraum-Autobahnen") dauern diese Flüge aber für gewöhnlich nicht allzulang, außerdem kann es jederzeit passieren, dass man auf dem Weg angegriffen wird.

Ich mag Spiele die nicht von einer festen, linearen Handlung bestimmt werden sondern der Spieler weitgehend entscheidet welchen Weg er einschlägt, daher hat mir Freelancer von Anfang an sehr viel Spaß gemacht. Freelancer ist auch kein Spiel, dass man in ein paar Stunden durchspielen kann. Ich weiss nicht wieviele handlungsrelevante Missionen es insgesamt gibt, aber ich beschäftige mich jetzt schon seit mindestens zwei Wochen mit dem Spiel und habe schon einige Spielstunden damit verbracht und habe noch nichtmal die Hälfte des zur Verfügung stehenden Universums erkundet. Diese Pflichtmissionen sind zudem sehr Spannend und abwechslungsreich.

Allerdings hat Freelancer auch einige negative Seiten. Erstmal sieht man dem Spiel seine lange Entwicklungszeit an. Die Grafik ist sicher nicht schlecht, aber ich denke, dass es einfach ncihts besonderes ist, man hat in letzter Zeit Weltraumsimulationen gesehen die einfach besser aussahen, und auch die Abschnitte auf Planeten und die Zwischensequenzen bei denen man die Spielfigur und andere Charaktere außerhalb der Raumschiffe sieht sehen zwar nicht völlig mies aus, aber da hat man in aktuellen Spielen deutlich besseres gesehen.
Sehr genervt hat mich, dass die Personen in den Bars inur einen sehr beschränkten Wortschatz haben. Es gibt ein paar Standard-Sprüche, die jedesmal kommen, egaL wo man sich gerade aufhält und mit wem man redet, die Gespräche laufen immer Wort für Wort exakt gleich ab. Die eigentlichen Informationen werden dann in einer Textbox eingeblendet, so dass ich mir nach kurzer Zeit angewöhnt habe solche Gespräche grundsätzlich zu überspringen.
Von der Auswahl an Raumschiffen war ich auch etwas enttäuscht, sie ist so gering, dass ich davon ausgehe, das die meißten Spieler die im Spiel an der gleichen Stelle sind auch das gleiche Raumschiff fliegen, man hätte sich diesen Raumschiff-Kauf demnach fast sparen können.
Und der letzte negative Punkt der mir aufgefallen sind, sind die wenig abwechslungsreichen freiwilligen Missionen. Die Pflichtmissionen sind zwar wirklich gut, den größten Teil des Spiels verbringt man aber damit auf eigene Faust Geld zu verdienen um zur nächsten Pflichtmission zugelassen zu werden und dabei ist man auch wenn das nicht die einzige Möglichkeit ist Geld zu verdienen doch leider sehr stark auf die immer wieder gleichen stupiden Kampfmissionen aus der Bar angewiesen, da hätte man z.B. mit Eskortaufträge, wie es sie als Teil der Pflichtmissionen durchaus gibt oder ähnlichem sehr viel mehr Abwechslung reinbringen können.

Diese Punkte sind zwar etwas nervig und gerade wenn ein Spiel so lange in der Entwicklung war wie Freelancer, dass von vielen auch als das "Duke Nukem Forever" unter den Weltraumsimulationen bezeichnet wird hätte man etwas mehr erwarten können, aber wie oben schon gesagt, mir macht Freelancer sehr viel Spaß, es macht meiner Meinung nach sehr schnell süchtig und es ist das erste mal, dass ein Spiel um das während einer jahrelangen entwicklung so ein Hype gemacht wurde keine absolute Enttäuschung geworden ist sondern die hohen Erwartungen bis auf kleinere Kritikpunkte erfüllt.

Achso, einen Multiplayer-Modus gibt es auch, den hab ich aber bisher noch nicht getestet, könnte mir aber vorstellen, dass der Biablo-ähnlich abläuft.
















[STV]Mortal Wombat Offline

Gold-Mitglied


Beiträge: 429

13.03.2003 23:31
#2 RE:Freelancer Antworten

Ich hab das gerade eben mal online(!) gespielt, ohne die Singleplayer-Handlung ist das wirklich fast ein Rollenspiel. Der Charakter wird abgespeichert so dass man sich immer weiter verbesserb kann. Level aufsteigen funktioniert wie im Singleplayer durch Geld verdienen. Man kann sich mit anderen Spielern zu teams zusammenfassen und gemeinsam Missionen ausführen oder was weiss ich wie Geld verdienen, oder man macht da sein eigenes Ding, dazu muss man aber nicht wirklich online spielen

Ich hab nicht besonders lang gespielt und hab nicht einmal nen anderen Spieler zu Gesicht bekommen. Es gibt bei Freelancer 160 verschiedene Planeten, Raumstationen etc. die sich auf eine ganze Reihe von Systemen aufteilen und ich war auf einem Server mit 20 Plätzen, da hats mich nicht sehr gewundert. Solche Server machen wohl nur Sinn wenn man sich mit den anderen abspricht.
Es gibt Server mit bis zu 128 Plätzen, da ists dann warscheinlich etwas spannender


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